Normabkürzung Normtitel Verkündungsstand, letzte Änderung Normgeber
[LfSt Bayern 1.11.2021 o.Az.] [Leitfaden Fotovoltaik (Stand: 11/2021)] BeckVerw 568423 (Bayern) Bayern

Hilfe zu Photovoltaikanlagen

Vom 1. November 2021

LfSt Bayern

Inhalt

  • I. Allgemeines

  • II. Erster Kontakt mit dem Finanzamt

  • III. Umsatzsteuer

    • 1. Umsatzsteuerpflicht

    • 2. Vereinfachung der Besteuerung durch Nichterhebung der Steuer (Kleinunternehmerregelung nach § USTG § 19 Umsatzsteuergesetz – UStG)

    • 3. Option zur Regelbesteuerung

    • 4. Ausgangsumsätze bei Regelbesteuerung

    • 5. Besteuerungsverfahren

    • 6. Unternehmensvermögen

    • 7. Vorsteuerabzug aus den Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten

    • 8. Erwerb eines Stromspeichers (Batterie)/Erwerb einer Wallbox

      • 8.1. Photovoltaikanlage und Stromspeicher als einheitliches Zuordnungsobjekt

      • 8.2. Stromspeicher als eigenes Zuordnungsobjekt

      • 8.3. Wallbox als eigenes Zuordnungsobjekt

    • 9. Abgabe von Umsatzsteuer-Voranmeldungen bzw. Umsatzsteuer-Jahreserklärungen

    • 10. Beispiele

  • IV. Einkommensteuer

    • 1. Was muss bei der Einkommensteuer versteuert werden?

    • 2. Was muss bei der Einkommensteuer-Erklärung beachtet werden?

    • 3. Wie und für welchen Zeitraum wird der Gewinn ermittelt?

    • 4. Muss immer eine Gewinnermittlung abgegeben werden?

    • 5. Was zählt alles zu den Betriebseinnahmen?

    • 6. Was hat es mit den Investitionszuschüssen auf sich?

    • 7. Was zählt alles zu den Betriebsausgaben?

      • 7.1. Normalabschreibung

      • 7.2. Degressive Abschreibung

      • 7.3. Sonderabschreibung nach § ESTG § 7g Abs. ESTG § 7G Absatz 5 EStG

      • 7.4. Investitionsabzugsbetrag nach § ESTG § 7g Abs. ESTG § 7G Absatz 1 EStG in Jahren vor der Inbetriebnahme

      • 7.5. Wie sind Batteriespeicher steuerlich zu behandeln?

    • 8. Welche einkommensteuerlichen Folgen sind beim Selbstverbrauch zu beachten?

      • 8.1. Bewertung der Entnahme für den privaten Haushalt

      • 8.2. Umfang der Entnahme

      • 8.3. Zeitpunkt der Entnahme

      • 8.4. Vereinfachungsmaßnahme bei Selbstverbrauch nach § EEG2009 § 33 Abs. EEG2009 § 33 Absatz 2 EEG 2009 (= Inbetriebnahme der Photovoltaikanlage nach 31.12.2008 bis 31.3.2012)

    • 9. Wann und in welcher Höhe fällt Einkommensteuer an?

    • 10. Was hat es mit den Einkommensteuer-Vorauszahlungen auf sich?

    • 11. Beispiel zur Einkommensteuer

  • V. Gewerbesteuer

  • VI. Steuerabzug bei Bauleistungen – Bauabzugsteuer

  • VII. Ansprechpartner für weitere Fragen

I. Allgemeines

Bayern ist als Bundesland mit überdurchschnittlich günstigen solaren Strahlungsverhältnissen führend beim Einsatz von Photovoltaik. In Bayern werden derzeit über 500 000 Photovoltaikanlagen zur Fussnote [1] betrieben. Zu weitergehenden Fragen zu Photovoltaik wird besonders auf den Energie-Atlas Bayern hingewiesen zur Fussnote [2]. Nach einer Studie ist Bayern das erfolgreichste Bundesland bei der Umsetzung der Energiewende. zur Fussnote [3] In 2017 wurden zum Beispiel fast 90 % aller Photovoltaik-Anlagen (unter 30 kWp) mit einem Batteriespeicher verbaut.

Wer eine Photovoltaikanlage betreibt und Strom ins Netz einspeist und selbst für seinen Haushalt verbraucht, hat gewisse steuerliche Regularien zu beachten.

Diese Hilfe soll Ihnen zu diesem Thema einen Überblick geben.

Bitte beachten Sie dabei, dass die umsatzsteuerliche Behandlung und die einkommensteuerliche Behandlung einer Photovoltaikanlage nicht deckungsgleich sein können. Umsatzsteuer und Einkommensteuer haben unterschiedliche Zielsetzungen. Die Umsatzsteuer zur Fussnote [4] als Verkehrsteuer besteuert den Austausch (Verkehr) von Lieferungen und Leistungen. Die Einkommensteuer zur Fussnote [5] als Ertragsteuer besteuert die Einkünfte, also den Gewinn. Daher ergeben sich z.B. bei den Fragen nach den Zuordnungsregelungen beim Vorsteuerabzug und bei den Fragen zur Zugehörigkeit zum Betriebsvermögen (Bilanzierungsregelungen) unterschiedliche Abgrenzungsregelungen.

II. Erster Kontakt mit dem Finanzamt

Was muss ich bei Beginn meiner neuen Tätigkeit bei dem ersten Kontakt mit dem Finanzamt beachten?

Förderungen von Photovoltaikanlagen werden durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) zur Fussnote [6] geregelt. Wird der erzeugte Strom an einen Netzbetreiber oder an einen Dritten verkauft, liegt aus steuerlicher Sicht grundsätzlich eine unternehmerische/gewerbliche Tätigkeit vor.

Da Sie mit dem Verkauf von Strom eine unternehmerische/gewerbliche Tätigkeit aufnehmen, müssen Sie dies innerhalb eines Monats dem Finanzamt mitteilen, in dessen Bezirk Sie wohnen zur Fussnote [7].

Eine Zuteilung der Steuernummer und eine umsatzsteuerliche Erfassung beim Finanzamt können erst dann erfolgen, wenn der ausgefüllte „Fragebogen zur steuerlichen Erfassung/Fragebogen zur Aufnahme einer gewerblichen, selbständigen (freiberuflichen) oder land- und forstwirtschaftlichen Tätigkeit“ zusammen mit den erforderlichen Unterlagen beim Finanzamt vorliegt zur Fussnote [8]. Hierzu zählt auch der „Fragebogen zur Errichtung und zum Betrieb einer Photovoltaikanlage mit Inbetriebnahme ab 1.4.2012“ zur Fussnote [9], den Sie bitte vollständig ausgefüllt an Ihr Finanzamt senden. Die zugeteilte Steuernummer wird im Anschluss auf postalischem Wege bekannt gegeben.

Den „Fragebogen zur steuerlichen Erfassung/Fragebogen zur Aufnahme einer gewerblichen, selbständigen (freiberuflichen) oder land- und forstwirtschaftlichen Tätigkeit“ finden Sie im Dienstleistungsportal „ELSTER – Ihr Online-Finanzamt“ unter www.elster.de unter der Rubrik „Formulare & Leistungen > Alle Formulare > Fragebogen zur steuerlichen Erfassung“. zur Fussnote [10] Dieser ist vollständig ausgefüllt und elektronisch an das Finanzamt zu übermitteln.

Registrieren Sie sich daher zeitnah im Dienstleistungsportal der Steuerverwaltung „ELSTER – Ihr Online-Finanzamt“. Die Registrierung ist einmalig, kostenfrei und erfordert keine Programminstallation. Bitte beachten Sie, dass Ihnen die Zugangsdaten zur erfolgreichen Registrierung aus Sicherheitsgründen in einem zweistufigen Verfahren (per Mail und per Post) bereitgestellt werden.

Alle Hinweise zur Registrierung finden Sie auch im Internet unter www.elster.de unter dem Schlagwort „Benutzerkonto erstellen“ zur Fussnote [11] sowie im Flyer „Die Registrierung bei Mein ELSTER“.

Erst wenn der ausgefüllte Fragebogen dem Finanzamt vorliegt, kann eine Steuernummer erteilt werden, die der Netzbetreiber zur Abrechnung in Form der Gutschrift (vgl. § USTG § 14 Abs. USTG § 14 Absatz 2 Satz 2 UStG) zur Fussnote [12] benötigt.

Im Fragebogen selbst müssen Sie Angaben zu Ihren persönlichen und betrieblichen Verhältnissen machen. Die Fragen betreffen u.a. die Art der ausgeübten Tätigkeit und den Zeitpunkt der Betriebseröffnung. Ebenso wird nach weiteren Einkünften von Ihnen und ggf. Ihrem Ehegatten/Lebenspartner/in gefragt. Füllen Sie bitte in jedem Fall den Fragebogen sorgfältig aus, damit das Finanzamt die zutreffenden steuerlichen Folgerungen ziehen kann. Anhand dieser Angaben wird das Finanzamt Ihnen dann eine Steuernummer erteilen und beispielsweise prüfen, ob und in welcher Höhe Einkommensteuervorauszahlungen (vgl. IV./9.) zu leisten sind.

Weitere ausführliche Informationen zum ersten Kontakt mit dem Finanzamt, zu Steuerarten und Steuererklärungen sowie zum Zahlungsverkehr mit dem Finanzamt finden Sie in den „Steuertipps für Existenzgründer“ zur Fussnote [13].

III. Umsatzsteuer

1. Umsatzsteuerpflicht

Umsätze aus dem Betrieb einer Photovoltaikanlage unterliegen grundsätzlich der Umsatzsteuer. Die vom Betreiber zur Fussnote [14] der Anlage gewählte Besteuerungsform hat entscheidenden Einfluss auf die Umsatzbesteuerung. Informationen zur gewählten Besteuerungsform benötigt neben dem Finanzamt auch der jeweilige Netzbetreiber, um gegenüber dem Anlagenbetreiber durch zutreffende Gutschriften abrechnen zu können.

2. Vereinfachung der Besteuerung durch Nichterhebung der Steuer (Kleinunternehmerregelung nach § USTG § 19 Umsatzsteuergesetz – UStG)

Der Betreiber einer Photovoltaikanlage kann als sog. Kleinunternehmer behandelt werden, wenn die Umsätze im Gründungsjahr nicht mehr als 22 000 € betragen und im Folgejahr 50 000 € voraussichtlich nicht übersteigen werden. Wurde die unternehmerische Tätigkeit nur während eines Teils des Kalenderjahres ausgeübt, ist der tatsächliche Umsatz in einen Jahresumsatz umzurechnen. Auf die Umsätze wird dann keine Umsatzsteuer erhoben.

Hierfür ist allerdings Voraussetzung, dass der Anlagenbetreiber keine Rechnungen bzw. der Netzbetreiber keine Gutschrift mit gesondert ausgewiesener Umsatzsteuer ausstellt.

Um diese Umsatzgrenzen überprüfen zu können, benötigt das Finanzamt eine individuelle Prognoseberechnung, die im Fragebogen zur steuerlichen Erfassung vorzunehmen ist.

Wird die Umsatzsteuer in der Rechnung (oder Gutschrift) offen ausgewiesen, ist diese durch den Anlagenbetreiber zwingend an das Finanzamt abzuführen.

3. Option zur Regelbesteuerung

Bei Anwendung der Kleinunternehmerregelung kann keine Vorsteuer aus den Eingangsrechnungen (auch nicht aus dem Erwerb der Anlage!) vom Finanzamt erstattet werden. Betreiber von Photovoltaikanlagen verzichten deshalb regelmäßig auf die Kleinunternehmerregelung und wählen die sogenannte Regelbesteuerung, weil dann das Finanzamt die vom Verkäufer der Anlage in Rechnung gestellte Umsatzsteuer, sowie Steuerbeträge, die für den laufenden Unterhalt der Anlage anfallen, als Vorsteuer erstattet.

Der Anlagenbetreiber wird, wenn er sich für die Regelbesteuerung entscheidet, steuerlich wie jeder andere Unternehmer behandelt. Er muss die aus der Lieferung an den Netzbetreiber entstehende Umsatzsteuer an das Finanzamt abführen.

Übt der Anlagenbetreiber die Option zur Regelbesteuerung aus, ist er hieran für mindestens fünf Jahre gebunden. Danach kann die Option zur Regelbesteuerung nur mit Wirkung vom Beginn eines Kalenderjahres an widerrufen werden. Die Option kann bereits im Fragebogen zur steuerlichen Erfassung erklärt werden.

4. Ausgangsumsätze bei Regelbesteuerung

Für die Lieferung des erzeugten Stroms entsteht die Umsatzsteuer i.H.v. derzeit 19 % (in 2020 kann sich hiervon eine abweichende Entstehung i.H.v. 16 % ergeben. Beispiele zum temporär abgesenkten Steuersatz finden Sie unter VIII am Ende dieser Hilfe).

Die vom Netzbetreiber gezahlte Einspeisevergütung ist das Entgelt für die Lieferungen des Anlagebetreibers. Der gesetzlich festgelegte Betrag ist ein Nettobetrag, also die Vergütung ohne Umsatzsteuer. Wird der Strom vom Anlagenbetreiber direkt vermarktet, ist das mit dem Dritten vereinbarte Entgelt die Bemessungsgrundlage.

Zahlt der Netzbetreiber dem Anlagenbetreiber in diesen Fällen eine Marktprämie bzw. eine Flexibilitätsprämie, handelt es sich jeweils um einen echten, nicht steuerbaren Zuschuss, welcher somit nicht der Umsatzsteuer unterliegt.

Sofern für vor dem 1. Januar 2013 erfolgte Stromlieferungen die Markt- bzw. Flexibilitätsprämie als Entgeltsbestandteil unter Ausweis von Umsatzsteuer abgerechnet worden ist, wird es auch für Zwecke des Vorsteuerabzugs nicht beanstandet, wenn eine Berichtigung der zugrundeliegenden Rechnung unterbleibt.

Anlagen, die bis zum 31.3.2012 in Betrieb genommen wurden

Soweit der Anlagenbetreiber bei Inanspruchnahme der Vergütung nach § EEG § 33 Abs. EEG § 33 Absatz 2 EEG in der bis zum 31. März 2012 geltenden Fassung Elektrizität dezentral (z.B. Verbrauch im eigenen Haushalt) verbraucht, liegt umsatzsteuerlich eine (Rück-) Lieferung des Netzbetreibers an den Anlagenbetreiber vor. Bei einem solchen dezentralen Verbrauch ist das Entgelt aus der Differenz zwischen Einspeisevergütung nach § EEG § 33 Abs. EEG § 33 Absatz 1 Nr.1 EEG und der Einspeisevergütung nach § EEG § 33 Abs. EEG § 33 Absatz 2 EEG zu ermitteln (siehe auch Beispiel unter Nr. 10).

Anlagen, die nach dem 31.3.2012 in Betrieb genommen wurden

Bei Anlagen, die nach dem 31. März 2012 in Betrieb genommen werden und nicht unter die Übergangsregelung des § EEG § 66 Abs. EEG § 66 Absatz 18 EEG fallen, wird der Direktverbrauch nicht mehr vergütet. Wird vom Anlagenbetreiber der Strom nicht in das Netz eingespeist, sondern selbst verbraucht, ist eine unentgeltliche Wertabgabe zu versteuern (sofern aus der Anschaffung der Anlage insoweit ein Vorsteuerabzug geltend gemacht wurde).

Nach § USTG § 10 Abs. USTG § 10 Absatz 4 Satz 1 Nr.1 UStG bemisst sich die unentgeltliche Wertabgabe nach dem Einkaufspreis zuzüglich der Nebenkosten für einen gleichartigen Gegenstand (ein Ansatz der Selbstkosten erfolgt, wenn kein Einkaufspreis ermittelbar ist, oder wenn es sich um eine Sonderanfertigung handelt, für welche ein Marktpreis nicht ermittelbar ist).

5. Besteuerungsverfahren

Grundsätzlich wird die Umsatzsteuer nach vereinbarten Entgelten berechnet (Soll-Versteuerung, § 16 Abs. 1 Satz. 1 UStG). Das heißt, die Umsätze sind in dem Voranmeldungszeitraum zu erklären, in dem die Leistung erbracht wurde, also in dem Monat, in dem der Strom eingespeist wurde. Dies gilt auch für die unentgeltliche Wertabgabe, sofern der Strom selbst verbraucht wird.

Das Finanzamt kann auf Antrag gestatten (Antragstellung formlos oder im Fragebogen zur steuerlichen Erfassung), dass ein Unternehmer, dessen Gesamtumsatz im Jahr der Betriebseröffnung nicht mehr als 600 000 € beträgt, die Umsatzsteuer nicht nach vereinbarten Entgelten, sondern nach vereinnahmten Entgelten berechnet (Ist-Versteuerung, § USTG § 20 UStG). Die Umsätze sind dann erst für den Voranmeldungszeitraum anzumelden, in dem der Zahlungseingang erfolgt.

6. Unternehmensvermögen

Gegenstände, die für das Unternehmen verwendet werden, stellen grundsätzlich Unternehmensvermögen dar. Für Gegenstände, die sowohl unternehmerisch als auch unternehmensfremd (privat) genutzt werden, hat der Unternehmer ein Zuordnungswahlrecht, wenn die unternehmerische Nutzung mindestens 10 % beträgt. Wird ein Gegenstand zu weniger als 10 % unternehmerisch genutzt, kann er dem Unternehmensvermögen nicht zugeordnet werden.

Die Einstufung als Unternehmensvermögen ist entscheidend für den Vorsteuerabzug. Wird der gesamte erzeugte Strom ins Netz eingespeist, ist die Anlage zwingend Unternehmensvermögen.

Die Zuordnungsentscheidung erfolgt regelmäßig durch den Abzug der Vorsteuer aus den Anschaffungs- oder Herstellungskosten im Voranmeldungszeitraum des Bezugs der Photovoltaikanlage, spätestens aber mit dem Vorsteuerabzug in der Umsatzsteuerjahreserklärung. Die Umsatzsteuerjahreserklärung muss zeitnah eingereicht werden. Wurde die Anlage nicht rechtzeitig zugeordnet, ist ein Abzug der Vorsteuer aus den Anschaffungs- oder Herstellungskosten insgesamt nicht möglich.

7. Vorsteuerabzug aus den Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten

Der Vorsteuerabzug ist nach § USTG § 15 Abs. USTG § 15 Absatz 1 UStG grundsätzlich nur möglich, wenn der Auftraggeber und Rechnungsempfänger für die Photovoltaikanlage mit dem Vertragspartner des Netzbetreibers identisch ist. Eine nachträgliche Rechnungsberichtigung durch den die Photovoltaikanlage installierenden Unternehmer ist nicht mehr möglich, wenn die Rechnung zutreffend den Auftraggeber für die Photovoltaikanlage ausweist, dieser jedoch nicht auch als Vertragspartner des Netzbetreibers auftritt (z.B. der Ehemann ist Vertragspartner des Netzbetreibers, die Ehefrau ist lt. Rechnung die Auftraggeberin für die Errichtung der Photovoltaikanlage).

Sollten sich die für den Vorsteuerabzug maßgeblichen Nutzungsverhältnisse (z.B. durch eine Verwendung des Stroms für Umsätze, welche den Vorsteuerabzug ausschließen) ändern, ist der Vorsteuerabzug gemäß § USTG § 15a UStG zu berichtigen. Der Unternehmer muss dabei die erhaltene Vorsteuer aus der Investition zeitanteilig wieder an das Finanzamt zurückzahlen. Der Berichtigungszeitraum beträgt für eine auf das Dach aufgesetzte Photovoltaikanlage fünf Jahre, für eine dachintegrierte Anlage zehn Jahre.

8. Erwerb eines Stromspeichers (Batterie)/Erwerb einer Wallbox

8.1. Photovoltaikanlage und Stromspeicher als einheitliches Zuordnungsobjekt

Bei gleichzeitiger Anschaffung einer Photovoltaikanlage und eines Stromspeichers handelt es sich um ein einheitliches Zuordnungsobjekt. Ist beim Abschluss des jeweiligen Verpflichtungsgeschäftes eine zeitgleiche Lieferung und Inbetriebnahme der PV-Anlage und der Batterie geplant und findet jedoch aus vom Unternehmer nicht zu vertretenden Gründen tatsächlich eine zeitversetzte Lieferung und Inbetriebnahme statt, ist für die Prüfung der 10 %-Grenze des § USTG § 15 Abs. USTG § 15 Absatz 1 Satz 2 UStG weiterhin von einem einheitlichen Zuordnungsobjekt auszugehen.

Die Prüfung der Zuordnung (10 % Grenze des § USTG § 15 Abs. USTG § 15 Absatz 1 Satz 2 UStG) hat dementsprechend anhand der Verwendung des durch die Photovoltaikanlage produzierten Stroms zu erfolgen. Eine gesonderte Zuordnungsprüfung des Stromspeichers findet nicht statt.

Wird der Strom auch dezentral (privat) verbraucht, hat bei vollständiger Zuordnung zum Unternehmensvermögen als Kompensation die Besteuerung einer unentgeltlichen Wertabgabe zu erfolgen.

Nach § USTG § 10 Abs. USTG § 10 Absatz 4 Satz 1 Nr. 1 UStG bemisst sich die unentgeltliche Wertabgabe nach dem Einkaufspreis zuzüglich der Nebenkosten für einen gleichartigen Gegenstand.

In diesem Fall stellt der selbsterzeugte, zunächst gespeicherte und für unternehmensfremde Zwecke verwendete Strom keine Sonderanfertigung dar, die den Ansatz der Selbstkosten als Bemessungsgrundlage rechtfertigen könnte. Bemessungsgrundlage für die Wertabgabebesteuerung der Stromlieferung gem. § USTG § 10 Abs. USTG § 10 Absatz 4 Satz 1 Nr. 1 UStG bleibt der (fiktive) Einkaufspreis des zugekauften Stroms.

Eine weitere Kompensation für eine unternehmensfremde (private) Verwendung des Stromspeichers in Form einer unentgeltlichen Wertabgabe gemäß § USTG § 3 Abs. USTG § 3 Absatz 9a Nr. 1 UStG findet nicht statt.

8.2. Stromspeicher als eigenes Zuordnungsobjekt

Bei der Anschaffung eines Stromspeichers handelt es sich um ein eigenes Zuordnungsobjekt, wenn dieser nach Anschaffung und Inbetriebnahme der Photovoltaikanlage erworben wird.

Ein Vorsteuerabzug aus der Anschaffung oder Herstellung des Speichers ist in diesem Fall nur zulässig, wenn der gespeicherte Strom zu mindestens 10 % für unternehmerische Zwecke des Anlagenbetreibers verwendet wird (§ USTG § 15 Abs. USTG § 15 Absatz 1 Satz 2 UStG).

Hat der Betreiber den Stromspeicher zulässigerweise in vollem Umfang seinem Unternehmen zugeordnet, hat er neben der Entnahme des privat verwendeten Stroms (unentgeltliche Wertabgabe nach § USTG § 3 Abs. USTG § 3 Absatz 1b Nr. 1 UStG) für die private Verwendung des Stromspeichers d.h., soweit er den gespeicherten Strom für private Zwecke verwendet, eine unentgeltliche Wertabgabe nach § USTG § 3 Abs. USTG § 3 Absatz 9a Nr. 1 UStG zu versteuern.

Die Bemessungsgrundlage für die Kompensation der privaten Verwendung des Stromspeichers bemisst sich nach § USTG § 10 Abs. USTG § 10 Absatz 4 Satz 1 Nr. 2 UStG nach den bei der Ausführung dieser Umsätze entstandenen Ausgaben, soweit sie zum vollen oder teilweisen Vorsteuerabzug berechtigt haben.

Beispiel:

A betreibt seit 1.8.2017 eine Photovoltaikanlage. Den produzierten Strom speist er bisher zu 80 % ein und verwendet 20 % unternehmensfremd für den privaten Haushalt.

Am 1.1.2019 erwirbt er einen Stromspeicher für 10 000 € zzgl. 1900 € USt, um die unternehmensfremde Verwendung des produzierten Stroms auf 40 % zu steigern. Eine unternehmerische Nutzung (z.B. Einspeisung des gespeicherten Stroms) des Stromspeichers ist nicht geplant.

Lösung:

Bei der Anschaffung des Stromspeichers handelt es sich um ein eigenes Zuordnungsobjekt (Prüfung 10 % unternehmerische Verwendung des § USTG § 15 Abs.1 Satz 2 UStG), da dieser nach Anschaffung und Inbetriebnahme der Photovoltaikanlage erworben wird.

Ein Vorsteuerabzug aus der Anschaffung des Speichers ist nicht zulässig, da der gespeicherte Strom nicht für unternehmerische Zwecke des Anlagenbetreibers verwendet wird (Abschn. USTAE § 15.2c Abs. USTAE § 15_2C Absatz 1 Satz 2 UStAE – Zuordnungsverbot).

Da aus der Anschaffung des Stromspeichers kein Vorsteuerabzug möglich ist, unterbleibt eine Besteuerung einer unentgeltlichen Wertabgabe nach § USTG § 3 Abs. USTG § 3 Absatz 9a Nr. 1 UStG für die unternehmensfremde Verwendung des Stromspeichers.

Die Besteuerung einer unentgeltlichen Wertabgabe für die private Verwendung des mit der Photovoltaikanlage produzierten Stroms gemäß § USTG § 3 Abs. USTG § 3 Absatz 1b Satz 1 Nr. 1 UStG erhöht sich von 20 % auf 40 %.

8.3. Wallbox als eigenes Zuordnungsobjekt

Bei der Anschaffung einer Wallbox handelt es sich immer um ein eigenes Zuordnungsobjekt.

Ein Vorsteuerabzug aus der Anschaffung oder Herstellung der Wallbox ist nur zulässig, falls diese zu mindestens 10 % für unternehmerische Zwecke verwendet wird (§ USTG § 15 Abs. USTG § 15 Absatz 1 Satz 2 UStG).

Eine Zuordnung zum Unternehmensvermögen bzw. ein Vorsteuerabzug ist nicht möglich, falls die Wallbox ausschließlich für das Laden privatgenutzter Elektroautos genutzt wird.

9. Abgabe von Umsatzsteuer-Voranmeldungen bzw. Umsatzsteuer-Jahreserklärungen

Bei Anwendung der Regelbesteuerung muss der Unternehmer im Kalenderjahr der Aufnahme der unternehmerischen Tätigkeit und im folgenden Kalenderjahr monatlich bis zum 10. Tag des Folgemonats eine Umsatzsteuer-Voranmeldung abgeben und gleichzeitig die von ihm selbst berechnete Steuervorauszahlung an das Finanzamt entrichten.

Für Besteuerungszeiträume ab 2021 zur Fussnote [15] entfällt in den meisten Fällen die Verpflichtung zur monatlichen Abgabe. Stattdessen sind die Voranmeldungen nur noch vierteljährlich abzugeben.

Bestand bereits bisher ein Unternehmen, das nun um den Betrieb der Photovoltaikanlage erweitert wird, gelten die bisherigen umsatzsteuerlichen Pflichten.

Ab dem dritten Jahr kann bei kleineren Photovoltaikanlagen ganz auf Voranmeldungen verzichtet werden, wenn die Umsatzsteuerzahllast aus dem Vorjahr 1000 € nicht übersteigt. Ansonsten sind die Voranmeldungen weiterhin quartalsweise, also bis zum 10. April, 10. Juli, 10. Oktober des laufenden Jahres und 10. Januar des folgenden Jahres, abzugeben.

Beträgt die Umsatzsteuerzahllast für das vorangegangene Kalenderjahr jedoch mehr als 7500 €, sind monatlich Voranmeldungen abzugeben. Auch in Neugründungsfällen sind monatliche Anmeldungen abzugeben, wenn die voraussichtliche Jahressteuer mehr als 7500 € betragen wird.

Die Voranmeldungen sind grundsätzlich auf elektronischem Weg beim Finanzamt einzureichen. Ab dem 1. Januar 2013 gilt zudem, dass die Übermittlung authentifiziert erfolgen muss. Für die Übermittlung der Daten steht das Dienstleistungsportal der Steuerverwaltung „ELSTER – Ihr Online-Finanzamt“ unter www.elster.de zur Verfügung. In Ausnahmefällen kann das Finanzamt auf Antrag genehmigen, die Voranmeldungen auf dem amtlich vorgeschriebenen Vordruck in Papierform abzugeben.

Es empfiehlt sich, bei der ersten elektronisch übermittelten Voranmeldung für das Quartal der Inbetriebnahme eine Kopie des Einspeise-/Netzanschlussvertrags (sofern vorhanden – andernfalls beispielsweise die Kopie der Anmeldung zum Anschluss an das Stromnetz beim Netzbetreiber, eine Inbetriebnahmebestätigung durch die beauftragte Elektroinstallationsfirma, Zählerablesungen) und eine Kopie der Rechnung über die Anschaffung bzw. Herstellung der Photovoltaikanlage beim Finanzamt einzureichen.

In der Voranmeldung sind die Nettoumsätze sowie die darauf entfallende Umsatzsteuer (19 % bzw. 16 %) getrennt anzugeben. Von der Umsatzsteuerschuld können als Vorsteuer jene Umsatzsteuerbeträge abgezogen werden, die dem Unternehmer im Zusammenhang mit der Anlage gesondert in Rechnung gestellt worden sind.

Der so errechnete Betrag ist an das Finanzamt abzuführen. Wird dem Finanzamt die Ermächtigung erteilt, Zahlungsbeträge im SEPA-Lastschrifteinzugsverfahren einzuziehen, erleichtert dies den Zahlungsverkehr und es besteht nicht die Gefahr, dass zusätzliche Kosten entstehen, wenn eine Zahlung nicht fristgerecht erfolgt.

Diese Ermächtigung ist auch im Internet unter www.finanzamt.bayern.de unter Formulare > Steuerzahlung > Zahlung im SEPA-Lastschrifteinzugsverfahren zur Fussnote [16] erhältlich.

Eine Umsatzsteuer-Voranmeldung ist auch für Zeiträume abzugeben, in denen keine Umsätze erzielt worden sind, zum Beispiel, weil eine viertel-, halb- oder jährliche Zahlungsweise zwischen Anlagenbetreiber und Netzbetreiber vereinbart ist. Der Umsatz ist in diesen Fällen mit 0 € zu erklären (Ausnahme: Es hat eine Besteuerung einer unentgeltlichen Wertabgabe für den privat verwendeten Strom zu erfolgen).

Für das Kalenderjahr ist eine Umsatzsteuerjahreserklärung bis spätestens zum 31. Juli des Folgejahres abzugeben, in welcher die Daten der Voranmeldungen zusammengefasst und ggf. darin noch nicht enthaltene Umsätze und Vorsteuern korrigierend aufgenommen werden.

10. Beispiele

A) Inbetriebnahme der Anlage vor dem 1.4.2012

Ein Hausbesitzer erwirbt im März 2012 eine Photovoltaikanlage zum Preis von 11 900 € (brutto). Ihm liegt eine ordnungsgemäße Rechnung des Lieferanten vor, in der die Umsatzsteuer i.H. von 1900 € gesondert ausgewiesen ist. Da der voraussichtliche Stromertrag der Anlage nur ungefähr 4600 kWh pro Jahr beträgt, wird der voraussichtlich mit der Anlage zu erzielende Gesamtumsatz den Betrag von 17 500 € nicht übersteigen.

Gegenüber dem Finanzamt hat der Anlagenbetreiber auf die Anwendung der Kleinunternehmerregelung des § USTG § 19 UStG verzichtet und die Anlage insgesamt seinem Unternehmen bei Leistungsbezug zugeordnet. Hinsichtlich der zu erklärenden Umsätze ist zu beachten, dass nach § EEG § 18 Abs. EEG § 18 Absatz 2 EEG die Umsatzsteuer in den im EEG genannten Vergütungsbeträgen nicht enthalten ist.

Im Jahr 2012 produziert der Hausbesitzer 4500 kWh Solarstrom. Davon wurden für eigene (private) Zwecke 320 kWh verbraucht. Im Rahmen der Umsatzsteuererklärung 2012 muss der Hausbesitzer folgende Besteuerungsgrundlagen erklären:

Umsätze 2012

Jahresumsatz (netto)

4500 kWh × 0,2443 €/kWh

1099,35 €

Umsatzsteuer

(19 %)

208,87 €

Jahresumsatz

brutto

1308,22 €

In der Umsatzsteuererklärung 2012 ist der Nettoumsatz i.H. von 1099 € (gerundet) in Zeile 33, Kennziffer 177 (Lieferungen und sonstige Leistungen zu 19 %), einzutragen.

In diesem Gesamtumsatz ist der Eigenverbrauch bereits enthalten, da beim Energieverbrauch für eigene (private) Zwecke umsatzsteuerlich zunächst eine Lieferung an den Netzbetreiber erfolgt (dies gilt nicht für Anlagen, die ab 1.4.2012 in Betrieb genommen wurden und die nicht unter die Übergangsregelung des § EEG § 66 Abs.18 EEG fallen, siehe B)!).

Der Netzbetreiber hat wegen der sich daran anschließenden Rücklieferung an den Hausbesitzer eine Rechnung i.H. von 52,42 € (= 320 kWh × 0,1638 €/kWh (Differenz aus der Einspeisevergütung i.H. von 0,2443 €/kWh und der Vergütung für den Selbstverbrauch i.H. von 0,0805 €/kWh)) zu erteilen und 9,96 € Umsatzsteuer (52,42 € × 19 %) gesondert auszuweisen. Diesen Betrag kann der Hausbesitzer wegen der privaten Verwendung des Stroms (Endverbrauch) nicht als Vorsteuer berücksichtigen.

Vorsteuerabzug 2012

Die gesondert ausgewiesene Umsatzsteuer des Lieferanten der Photovoltaikanlage i.H. von 1900,00 € ist als Vorsteuer in Zeile 62, Kennziffer 320 (Vorsteuerbeträge aus Rechnungen von anderen Unternehmern), einzutragen.

B) Inbetriebnahme der Anlage nach dem 31.3.2012 und kein Fall der Übergangsregelung des § EEG § 66 Abs. EEG § 66 Absatz 18 EEG

Beispiel:

Ein Hausbesitzer erwirbt im Januar 2019 eine Photovoltaikanlage mit einer Leistung von 5 kW zum Preis von 11 900 € (brutto). Ihm liegt eine ordnungsgemäße Rechnung des Lieferanten vor, in der die Umsatzsteuer i.H. von 1900 € gesondert ausgewiesen ist. Es sind Schuldzinsen für die Anschaffung der Anlage von jährlich 150 €, sowie Aufwendungen für Büromaterial in Höhe von 23,80 € angefallen. Da der voraussichtliche Stromertrag der Anlage nur ungefähr 5000 kWh pro Jahr beträgt, wird der voraussichtlich mit der Anlage zu erzielende Gesamtumsatz den Betrag von 22 000 € nicht übersteigen. Er beabsichtigt bei Anschaffung ca. 20 % des erzeugten Stroms privat zu verbrauchen.

Gegenüber dem Finanzamt hat der Anlagenbetreiber auf die Anwendung der Kleinunternehmerregelung des § USTG § 19 UStG verzichtet und die Anlage insgesamt seinem Unternehmen bei Leistungsbezug zugeordnet. Hinsichtlich der zu erklärenden Umsätze ist zu beachten, dass nach § EEG § 18 Abs. EEG § 18 Absatz 2 EEG die Umsatzsteuer in den im EEG genannten Vergütungsbeträgen nicht enthalten ist.

Im Jahr 2019 speist der Hausbesitzer 3900 kWh Solarstrom ein. Die insgesamt erzeugte Strommenge kann er nicht nachweisen.

Zur Deckung des eigenen Strombedarfs von 4000 kWh wird zusätzlich Strom (= vergleichbarer Gegenstand) von einem Energieversorgungsunternehmen zu einem Preis von 25 Cent pro kWh (Bruttopreis) zzgl. eines monatlichen Grundpreises von 6,55 € (Bruttopreis) bezogen (demnach 22,66 Cent (Nettopreis) pro kWh (4000 kWh × 25 Cent + 6,55 € × 12 Monate = 1078,60 €/(4000 kWh × 1,19))).

Er ordnet seine Anlage zu 100 % dem Unternehmensvermögen zu. Im Rahmen der Umsatzsteuererklärung 2019 muss der Hausbesitzer folgende Besteuerungsgrundlagen erklären:

Umsätze 2019

Jahresumsatz (netto)

3900 kWh × 0,1147 €/kWh

447,33 €

Umsatzsteuer

(19 %)

84,99 €

Jahresumsatz

brutto

532,32 €

In der Umsatzsteuererklärung 2019 ist der Nettoumsatz i.H. von 447 € (gerundet) in Zeile 38 Kennziffer 177 (Lieferungen und sonstige Leistungen zu 19 %), einzutragen.

In diesem Gesamtumsatz ist der Eigenverbrauch nicht enthalten, da dieser bei Inbetriebnahme ab 1.4.2012 (Ausnahme: Übergangsregelung § EEG § 66 Abs. EEG § 66 Absatz 18 EEG) nicht mehr vergütet wird.

Vorsteuerabzug 2019

Die gesondert ausgewiesene Umsatzsteuer des Lieferanten der Photovoltaikanlage i.H. von 1900,00 € und 3,80 € für das Büromaterial, ist als Vorsteuer in Zeile 122, Kennziffer 320 (Vorsteuerbeträge aus Rechnungen von anderen Unternehmern), einzutragen.

Besteuerung der unentgeltlichen Wertabgabe für den privat verbrauchten Strom

Da die Photovoltaikanlage zu 100 % dem Unternehmensvermögen zugeordnet wurde und daher der volle Vorsteuerabzug in Anspruch genommen worden ist, hat als Kompensation für die private Verwendung des Stroms, die Besteuerung einer unentgeltlichen Wertabgabe gemäß § USTG § 3 Abs. USTG § 3 Absatz 1b Satz 1 Nr. 1 UStG zu erfolgen. Die Bemessungsgrundlage bestimmt sich gem. § USTG § 10 Abs. USTG § 10 Absatz 4 Satz 1 Nr. 1 UStG nach dem Einkaufspreis zuzüglich der Nebenkosten für einen gleichartigen Gegenstand.

Der fiktive Einkaufspreis ist der Netto-Strompreis (des Energieversorgungsunternehmens) i.H. von 22,66 Cent pro kWh.

Kann ein Anlagenbetreiber die insgesamt erzeugte Strommenge nicht nachweisen, kann unter Berücksichtigung einer durchschnittlichen Vollaststundenzahl von 1000 kWh/kWp (jährlich erzeugte Kilowattstunden pro Kilowatt installierter Leistung), die erzeugte Strommenge in diesen Fällen geschätzt werden:

5 kW installierte Leistung × 1000 kWh = 5000 kWh

Hiervon wurden 3900 kWh Strom eingespeist, sodass der private Verbrauch im Jahr 2019 1100 kWh beträgt.

Berechnung der unentgeltlichen Wertabgabe § USTG § 3 Abs. USTG § 3 Absatz 1b Satz 1 Nr. 1 UStG:

1100 kWh × 22,66 Cent

= 249,26 €

davon 19 % Umsatzsteuer

=  47,36 €

In der Umsatzsteuererklärung 2019 ist der Nettoumsatz i.H. von 249 € in Zeile 39 Kennziffer 178 (Unentgeltliche Wertabgaben, a) Lieferungen nach § USTG § 3 Abs. USTG § 3 Absatz 1b UStG zu 19 %), einzutragen.

C) Beispiele zur befristeten Absenkung der Umsatzsteuersätze für den Zeitraum 1.7.2020 bis 31.12.2020 zur Fussnote [17] zur Fussnote [18]

Was gilt es u.a. zu beachten?

  • Für die verschiedenen Abrechnungsmöglichkeiten ist das Ende des Ablesezeitraums zu beachten (vgl. Rz. 35–37 des BMF-Schreibens vom BMF 30.6.2020)

  • Die Besteuerung des privaten Stromverbrauchs als unentgeltliche Wertabgabe kann im Zeitraum vom 1.1.2020 – 31.12.2020 zum Steuersatz von 16 % erfolgen (vgl. Rz. 11 des BMF-Schreibens vom BMF 4.11.2020, BStBl. I S. BSTBL Jahr 2020 I Seite 1129 zur Fussnote [19])

Beispiel:

Photovoltaikanlagenbetreiber A (monatliche Abgabeverpflichtung) hat vom Netzbetreiber für die Einspeisung von Strom aus der von ihm betriebenen PV-Anlage im Jahr 2020 elf monatliche Abschläge in Höhe von 25 Euro brutto (Steuersatz 19 %) erhalten.

Diese Abschläge hat A neben der unentgeltlichen Wertabgabe für den privaten Stromverbrauch und einem entsprechenden Guthaben i.H.v. 59,50 Euro aus der Einspeisung für das Jahr 2019 (Abrechnung vom 11.1.2020) entsprechend erklärt.

Grundfall:

Am 8.1.2021 erfolgt die Jahresabrechnung mit folgendem Inhalt:

Abrechnungszeitraum 1.1.2020 – 31.12.2020

Einspeisevergütung EEG 1.1. – 30.6.2020

1334 kWh

164,22 Euro zzgl. 31,20 USt (19 %)

Einspeisevergütung EEG 1.7. – 31.12.2020

1023 kWh

125,93 Euro zzgl. 20,15 USt (16 %)

abzgl.

erhaltene Abschläge 231,11 Euro zzgl. 43,89 USt (19 %)

= Guthaben

59,04 Euro zzgl. 7,46 USt (keine Angabe Steuersatz)

Der selbstverbrauchte Strom wird seitens des PV-Anlagenbetreibers mit 3500 kWh zu einem fiktiven Einkaufspreis i.H.v. 27 Cent (netto und unter Einbeziehung der Grundgebühr) je kWh angegeben.

Abwandlung:

Im Januar 2021 erfolgt die Jahresabrechnung mit folgendem Inhalt:

Abrechnungszeitraum 1.1.2020 – 31.12.2020

Einspeisevergütung EEG 1.1. – 30.6.2020

634 kWh

77,98 Euro zzgl. 14,82 USt (19 %)

Einspeisevergütung EEG 1.7. – 31.12.2020

923 kWh

113,53 Euro zzgl. 18,16 USt (16 %)

abzgl.

erhaltene Abschläge 231,11 Euro zzgl. 43,89 USt (19 %)

= Rückforderung

39,60 Euro zzgl. 10,91 USt (keine Angabe Steuersatz)

Lösung Sollversteuerung (Grundfall mit Guthaben)

Die Einspeisevergütung und die unentgeltliche Wertabgabe sind in der Umsatzsteuerjahreserklärung für das Jahr 2020 wie folgt zu erfassen:

Kennziffer 177

Lieferungen und sonstige Leistungen zum Steuersatz von 19 %:

164,22 €

Kennziffer 155

Umsätze zu anderen Steuersätzen (Bemessungsgrundlage):

1070,93 €

1070,93 € ergibt sich aus 125,93 € (Einspeisevergütung) zzgl. 945,00 € (BMG für die u.e.W.; 3500 kWh × 0,27 Cent) = 1070,93 €

Kennziffer 156

Umsätze zu anderen Steuersätzen (Steuerbetrag):

171,35 €

Eine Berichtigung im Jahr 2021 hat nicht zu erfolgen, da die Steuer für die Stromlieferung gemäß § USTG § 13 (1) Nr. 1a Satz 1 UStG mit Ende des Ablesezeitraums und damit am 31.12.2020 entstanden ist.

Die Besteuerung des privaten Stromverbrauchs als unentgeltliche Wertabgabe kann für das gesamte Jahr 2020 zum Steuersatz von 16 % erfolgen (vgl. BMF-Schreiben vom BMF 4.11.2020, BStBl. I S. BSTBL Jahr 2020 I Seite 1129, Rz. BSTBL Jahr 2020 I Seite 1129 Randnummer 11 zur Fussnote [20]).

Lösung Sollversteuerung (Abwandlung mit Rückzahlung)

Die Einspeisevergütung und die unentgeltliche Wertabgabe sind in der Umsatzsteuerjahreserklärung für das Jahr 2020 wie folgt zu erfassen:

Kennziffer 177

Lieferungen und sonstige Leistungen zum Steuersatz von 19 %:

231,11 €

Kennziffer 155

Umsätze zu anderen Steuersätzen (Bemessungsgrundlage):

945 €

(BMG für die u.e.W.; 3500 kWh × 0,27 Cent)

Kennziffer 156

Umsätze zu anderen Steuersätzen (Steuerbetrag):

151,20 €

Die Besteuerung des privaten Stromverbrauchs als unentgeltliche Wertabgabe kann für das gesamte Jahr 2020 zum Steuersatz von 16 % erfolgen (vgl. BMF-Schreiben vom BMF 4.11.2020, BStBl. I S. BSTBL Jahr 2020 I Seite 1129, Rz. BSTBL Jahr 2020 I Seite 1129 Randnummer 11 zur Fussnote [21]).

In der Voranmeldung Januar 2021 ist über die Anwendung des § USTG § 17 UStG Folgendes zu erklären:

Kennziffer 35

Steuerpflichtige Umsätze zu anderen Steuersätzen (BMG):

–39,60 €

Kennziffer 36

Steuerpflichtige Umsätze zu anderen Steuersätzen (Steuer):

–10,91 €

Lösung bei Istversteuerung (Grundfall mit Guthaben)

Ist-Versteuerung bedeutet, der Anlagenbetreiber versteuert nach vereinnahmten, das bedeutet nach auf dem Bankkonto zugeflossenen Entgelten.

Die Einspeisevergütung und die unentgeltliche Wertabgabe sind in der Umsatzsteuerjahreserklärung für das Jahr 2020 wie folgt zu erfassen:

Kennziffer 177

Lieferungen und sonstige Leistungen zum Steuersatz von 19 %:

281,11 €

231,11 € (Einspeisevergütung 2020) + 50 Euro (Einspeisevergütung 2019)

Kennziffer 155

Umsätze zu anderen Steuersätzen (Bemessungsgrundlage):

945 €

(BMG für die u.e.W.; 3500 kWh × 0,27 Cent)

Kennziffer 156

Umsätze zu anderen Steuersätzen (Steuer auf u.e.W.)

151,20 €

In der Voranmeldung Januar 2021 ist Folgendes zu erklären:

Kennziffer 35

Steuerpflichtige Umsätze zu anderen Steuersätzen (BMG):

59,04 €

Kennziffer 36

Steuerpflichtige Umsätze zu anderen Steuersätzen (Steuerbetrag)

7,46 €

Lösung Istversteuerung (Abwandlung mit Rückzahlung)

Die Einspeisevergütung und die unentgeltliche Wertabgabe sind in der Umsatzsteuerjahreserklärung für das Jahr 2020 wie folgt zu erfassen:

Kennziffer 177

Lieferungen und sonstige Leistungen zum Steuersatz von 19 %:

281,11 €

231,11 (Einspeisevergütung 2020) + 50,00 Euro (Einspeisevergütung 2019)

Kennziffer 155

Umsätze zu anderen Steuersätzen (Bemessungsgrundlage):

945 €

(BMG für die u.e.W.; 3500 kWh × 0,27 Cent)

Kennziffer 156

Umsätze zu anderen Steuersätzen (Steuerbetrag):

151,20 €

In der Voranmeldung Januar 2021 ist Folgendes zu erklären:

Kennziffer 35

Steuerpflichtige Umsätze zu anderen Steuersätzen (BMG):

–39,60 €

Kennziffer 36

Steuerpflichtige Umsätze zu anderen Steuersätzen (Steuerbetrag):

–10,91 €

IV. Einkommensteuer

1. Was muss bei der Einkommensteuer versteuert werden?

Der durch den Betrieb einer Photovoltaikanlage entstehende Gewinn oder Verlust gehört zu den Einkünften aus Gewerbebetrieb nach § ESTG § 15 des Einkommensteuergesetzes – EStG zur Fussnote [22]. Die Einkünfte sind der Gewinn. Gewinn ist der Unterschiedsbetrag zwischen den zugeflossenen Betriebseinnahmen (einschl. der Entnahmen) und den abgeflossenen Betriebsausgaben. Der Gewinn ist in der ESt-Erklärung anzugeben, soweit von der Vereinfachungsregelung für kleine Photovoltaik-Anlagen kein Gebrauch gemacht wird/werden kann. Die Höhe der Einkommensteuer richtet sich nach Ihren persönlichen Einkommensverhältnissen.

2. Was muss bei der Einkommensteuer-Erklärung beachtet werden?

Soweit Sie nicht von der Vereinfachungsregelung Gebrauch machen oder die Voraussetzungen hierfür nicht erfüllt sind, sind Sie ein Gewerbetreibender und somit zur Abgabe einer Einkommensteuererklärung verpflichtet. In dieser muss der Gewinn aus Gewerbebetrieb angegeben werden. Bitte geben Sie die Einkünfte z.B. in der Zeile 4 der Anlage G (Einkünfte aus Gewerbebetrieb) zu Ihrer Einkommensteuererklärung an. Zusätzlich zur Anlage G ist eine Einnahmenüberschussrechnung auf dem amtlich vorgeschriebenen Vordruck (Anlage EÜR) elektronisch zu übermitteln. Die Anlage EÜR erscheint auf den ersten Blick sehr umfangreich. Wie das Beispiel in Tz. IV./11. zeigt, sind allerdings nur wenige Eintragungen erforderlich. Eine spezielle Ausfüllhilfe für die Anlage EÜR einer Photovoltaikanlage ist auf den Internetseiten der Finanzverwaltung abrufbar. zur Fussnote [23]

Hinweis:

Weitere Informationen zur Steuererklärungspflicht, zu den Steuererklärungsfristen und zur verpflichtenden elektronischen Übermittlung von Steuererklärungen (z.B. Anlage G, Anlage EÜR) finden Sie in den Steuerinfos auf den Internetseiten der Finanzverwaltung unter den Rubriken Elster und Steuerinfos zur Fussnote [24].

3. Wie und für welchen Zeitraum wird der Gewinn ermittelt?

Im Regelfall können Sie die Einkünfte (Gewinn/Verlust aus Gewerbebetrieb) durch Gegenüberstellung der zugeflossenen Betriebseinnahmen (einschl. der Entnahmen = Selbstverbrauch) und der abgeflossenen Betriebsausgaben (Einnahmenüberschussrechnung) zur Fussnote [25] ermitteln.

Gewinnermittlungszeitraum zur Fussnote [26] ist das Wirtschaftsjahr, das ist im Regelfall das Kalenderjahr.

Weitergehende Hinweise hierzu finden Sie in den „Steuertipps für Existenzgründer“ unter Rz. 208 ff. zur Fussnote [27]

4. Muss immer eine Gewinnermittlung abgegeben werden?

Mit dem BMF-Schreiben vom BMF 29. Oktober 2021 (BStBl. I S. BSTBL Jahr 2021 I Seite 2202) zur Fussnote [28] hat das Bundesministerium der Finanzen eine Vereinfachungsregelung für kleine Photovoltaikanlagen eingeführt. Bei der Erfüllung bestimmter Voraussetzungen können Sie gegenüber dem Finanzamt erklären, dass Sie die Regelung in Anspruch nehmen. In diesem Fall entfällt die ansonsten ggf. erforderliche, aufwändige Prognoserechnung und Sie müssen keine Gewinnermittlung mehr erstellen. Das Finanzamt unterstellt ohne weitere Prüfung, dass Sie die Anlage ohne Gewinnerzielungsabsicht betreiben; es liegen dann keine gewerblichen Einkünfte vor.

Die Vereinfachungsregelung greift für alle Photovoltaikanlagen bis zu 10,0 kW/kWp, deren produzierter Strom neben der Einspeisung ins öffentliche Netz ausschließlich für eigene Wohnzwecke genutzt wird. Die unentgeltliche Überlassung für Wohnzwecke steht der Nutzung zu eigenen Wohnzwecken gleich. Zudem muss die Inbetriebnahme nach dem 31.12.2003 erfolgen oder alternativ vor mehr als 20 Jahren stattgefunden haben.

Das BMF-Schreiben vom BMF 29. Oktober 2021 (BStBl. I S. BSTBL Jahr 2021 I Seite 2202) zur Fussnote [29] und weitere Informationen zur Besteuerung von Photovoltaikanlagen finden Sie auf den Internetseiten der Bayerischen Finanzämter (www.finanzamt.bayern.de) unter der Rubrik Steuerinfos > Fotovoltaikanlagen oder > Photovoltaikanlagen.

5. Was zählt alles zu den Betriebseinnahmen?

Zu den Betriebseinnahmen zählen grundsätzlich alle Gelder, die dem Betreiber einer Photovoltaikanlage zufließen, also z.B. die Vergütungen des Netzbetreibers oder eines Dritten (z.B. eines Nachbarn, eines Mieters) für die Stromlieferungen, erhaltene Zuschüsse und die Entnahmen (also der Selbstverbrauch).

6. Was hat es mit den Investitionszuschüssen auf sich?

Falls Sie Zuschüsse zur Photovoltaikanlage erhalten, können Sie wählen, ob Sie die Zuschüsse sofort als Betriebseinnahme versteuern wollen oder ob Sie die Anschaffungs-/Herstellungskosten der Anlage um die Zuschüsse verringern wollen. Durch den Abzug von den Anschaffungs-/Herstellungskosten tritt eine Besteuerung jeweils nur in der Höhe ein, um die die Abschreibungen auf das betreffende Wirtschaftsgut geringer sind zur Fussnote [30].

Beachten Sie bitte, dass bei einer Einnahmenüberschussrechnung das Wahlrecht bereits im Jahr der Zusage ausgeübt werden muss zur Fussnote [31].

7. Was zählt alles zu den Betriebsausgaben?

Zu den Betriebsausgaben zählen alle Aufwendungen, die durch den Betrieb der Photovoltaikanlage veranlasst sind.

7.1. Normalabschreibung

Bei der Einnahmenüberschussrechnung sind die Regelungen über die Absetzung für Abnutzung (AfA) zu befolgen zur Fussnote [32], d.h. die Anschaffungskosten für eine Photovoltaikanlage (gemindert um evtl. Zuschüsse) sind auf die steuerliche Nutzungsdauer von 20 Jahren zu verteilen und in gleichen Jahresbeträgen (jährliche AfA = 5 %) zu berücksichtigen. Im Jahr der Fertigstellung, kann die AfA allerdings nur zeitanteilig vorgenommen werden, also für die noch verbleibenden Monate des Jahres zur Fussnote [33].

Bei Photovoltaikanlagen, bei denen die Module z.B. auf dem Dach befestigt werden, ist die einzige Funktion die Stromerzeugung. Einkommensteuerlich handelt es sich um ein selbständiges bewegliches Wirtschaftsgut, um eine Betriebsvorrichtung.

Photovoltaikanlagen, bei denen die Module Bestandteil der Gebäudehülle sind (= sog. gebäudeintegrierte Photovoltaikanlagen) erfüllen neben der Funktion der Stromerzeugung noch mindestens eine weitere Funktion. Diese Anlagen sind wie selbständige bewegliche Wirtschaftsgüter, also auch wie eine Betriebsvorrichtung zu behandeln. Zur Aufteilung der Anschaffungs- und Herstellungskosten und zu den Abschreibungsmöglichkeiten finden Sie weitergehende Informationen auf den Internetseiten der Finanzverwaltung zur Fussnote [34].

Zur Ermittlung der oben erläuterten Abschreibungsmöglichkeiten müssen in diesen Fällen allerdings die Investitionskosten in die Kosten für eine herkömmliche Dacheindeckung und die Mehrkosten für die Solarstromproduktion aufgeteilt werden, da nur dieser Teil der Mehrkosten im Gewerbebetrieb Photovoltaikanlage abschreibbar ist. Ergeben sich hierzu keine Angaben aus der Herstellerrechnung, muss im Einzelfall sachgerecht geschätzt werden.

7.2. Degressive Abschreibung

Wird eine Photovoltaik-Anlage in 2020 oder in 2021 angeschafft, so kann auch eine degressive Abschreibung geltend gemacht werden. Ähnlich wie bei der linearen Abschreibung wird hier die Photovoltaik-Anlage über 20 Jahre abgeschrieben. Jedoch erfolgt die Abschreibung jährlich nicht in der gleichen Höhe, sondern mit jährlich unterschiedlichen Beträgen. Bei der degressiven Abschreibung sinken die Abschreibungsbeträge über die Nutzungsdauer; d.h., in den ersten Jahren kann zunächst eine deutlich höhere Abschreibung geltend gemacht werden, die in den Folgejahren abnimmt.

Bemessungsgrundlage für die degressive AfA ist der Buchwert des Vorjahres. Der Abschreibungssatz darf maximal das 2,5-fache des linearen Abschreibungssatzes betragen. Bei einer Abschreibungsdauer von 20 Jahren darf somit der degressive Abschreibungssatz maximal 12,5 % betragen (100 %/20 Jahre × 2,5).

Beispiel:

Anschaffung einer Photovoltaik-Anlage im Januar 2020 mit Anschaffungskosten von 15 000 € (netto). Die Abschreibung soll degressiv erfolgen.

Buchwert 1.1.

Abschreibung

Berechnung

Buchwert 31.12.

2020

15 000,00 €

1875,00 €

15 000,00€ × 12,5 %/100 %

13 125,00 €

2021

13 125,00 €

1640,63 €

13 125,00€ × 12,5 %/100 %

11 484,37 €

2022

11 484,37 €

1435,55 €

11 484,37€ × 12,5 %/100 %

10 048,82 €

2023 ff.

7.3. Sonderabschreibung nach § ESTG § 7g Abs. ESTG § 7G Absatz 5 EStG

Im Fall des gewerblichen Betriebs einer Photovoltaikanlage ist der private Verbrauch des Stroms keine private Verwendung der Anlage, sondern eine Sachentnahme des produzierten Stroms zur Fussnote [35].

Neben der linearen Abschreibung sind daher unter bestimmten Voraussetzungen zusätzlich Sonderabschreibungen zur Fussnote [36] in Höhe von bis zu 20 % der Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten möglich, die beliebig über die ersten fünf Jahre verteilt werden können.

Nach Ablauf des Begünstigungszeitraums von fünf Jahren bemessen sich die Normalabschreibungen nach dem Restwert und der Restnutzungsdauer. zur Fussnote [37]

7.4. Investitionsabzugsbetrag nach § ESTG § 7g Abs. ESTG § 7G Absatz 1 EStG in Jahren vor der Inbetriebnahme

Wenn die übrigen Anspruchsvoraussetzungen vorliegen, kann bereits vor der eigentlichen Investition ein Investitionsabzugsbetrag zur Fussnote [38] gewinnmindernd abgezogen werden. Dadurch können bereits im Jahr vor der Investition bis zu 40 % (ab 2020: 50 %) der voraussichtlichen Anschaffungskosten als fiktive Betriebsausgaben abgezogen werden. Zur weitergehenden Information wird auf das BMF-Schreiben vom BMF 20.3.2017 (BStBl. I S. BSTBL Jahr 2017 I Seite 423) zur Fussnote [39] zur Fussnote [40] und auf die gleich lautenden Erlasse der obersten Finanzbehörden der Länder vom 26.1.2011 (BStBl. I S. BSTBL Jahr 2011 I Seite 152) zur Fussnote [41] hingewiesen.

7.5. Wie sind Batteriespeicher steuerlich zu behandeln?

Batteriespeicher können auf unterschiedliche Art und Weise in eine (bestehende) Photovoltaikanlage integriert werden (Einbau vor oder nach dem Wechselrichter). In Abhängigkeit von der Bauart kann der Batteriespeicher daher steuerlich gesehen, ein selbständiges Wirtschaftsgut oder unselbständiger Bestandteil der Photovoltaikanlage sein.

Stellt der Batteriespeicher ein selbständiges Wirtschaftsgut dar (bei Einbau nach dem Wechselrichter, d.h. AC bzw. wechselstromseitig) und dient er allein der Zwischenspeicherung des selbst erzeugten Stroms zur anschließenden privaten Verwendung, ist der Batteriespeicher dem Privatvermögen zuzuordnen. Die Entnahme des Stroms erfolgt in diesen Fällen bereits im Zeitpunkt der Speicherung.

Dient der Batteriespeicher auch der Einspeisung ins Netz, kann er (bei einer Nutzung hierzu zu > 10 %) bzw. muss er (bei einer Nutzung hierzu über 50 %) als Betriebsvermögen behandelt werden. Die Anschaffungskosten (gemindert um evtl. Zuschüsse) sind auf die steuerliche Nutzungsdauer von 10 Jahren zu verteilen (Abschreibungen). Die Entnahme des Stroms erfolgt in diesen Fällen im Zeitpunkt des Selbstverbrauchs.

Ist der Batteriespeicher unselbständiger Bestandteil der Photovoltaikanlage (bei Einbau vor dem Wechselrichter, d.h. DC bzw. gleichstromseitig), ist er einheitlich mit der Photovoltaikanlage auf 20 Jahre (bzw. bei nachfolgender Anschaffung auf die (rechnerische) Rest-Nutzungsdauer abzuschreiben. Für die Zuordnung zum Betriebsvermögen der einheitlichen Photovoltaikanlage (incl. Batteriespeicher) gelten dieselben Grundsätze wie für die Beurteilung einer Photovoltaikanlage ohne Batteriespeicher. Die Entnahme des Stroms erfolgt dann erst bei Selbstverbrauch (und nicht bereits mit Speicherung im Batteriespeicher).

8. Welche einkommensteuerlichen Folgen sind beim Selbstverbrauch zu beachten?

Die Verwendung des Stroms für den privaten Haushalt ist einkommensteuerlich eine Sachentnahme des Stroms aus dem Gewerbebetrieb Photovoltaikanlage. Umsatzsteuerlich wird der Selbstverbrauch als unentgeltliche Wertabgabe bezeichnet. Einkommensteuerlich ist die Entnahme wie eine fiktive Betriebseinnahme anzusetzen. Ziel der Entnahme ist eine Neutralisierung der Aufwendungen, die sich gewinnmindernd ausgewirkt haben.

8.1. Bewertung der Entnahme für den privaten Haushalt

Nach allgemeinen ertragsteuerlichen Grundsätzen ist die Entnahme des erzeugten Stroms mit dem Teilwert zur Fussnote [42] zu bewerten; einkommensteuerlich sind das die Wiederherstellungskosten. Hierzu gehören neben den Herstellungskosten auch die Verwaltungs- und Betriebskosten und neuerdings auch die Finanzierungskosten.

Zur Teilwertbewertung des selbst verbrauchten Stroms bestehen folgende Möglichkeiten:

  • anhand der individuell angefallenen Kosten, sog. Wiederherstellungskosten (progressive Methode). Auf das Beispiel in IV./11. wird hingewiesen.

  • durch Ableitung aus dem voraussichtlich am Markt erzielbaren Verkaufspreis (retrograde Methode), soweit dieser niedriger als die individuell angefallenen Kosten ist. Als Verkaufspreis ist die erzielte individuelle Einspeisevergütung heranzuziehen.

  • aus Vereinfachungsgründen

    • kann die in der USt-Voranmeldung erklärte unentgeltliche Wertabgabe übernommen werden.

    • kann auch ein pauschaler Wert von 20 Ct/kWh angesetzt werden.

Dieser Teilwert ist noch um die Umsatzsteuer für die unentgeltliche Wertabgabe zu erhöhen.

8.2. Umfang der Entnahme

Die Höhe des selbstverbrauchten Stroms kann durch Abzug der an den Netzbetreiber gelieferten Strommenge von der insgesamt erzeugten Strommenge ermittelt werden.

Der entnommene (selbstverbrauchte) Strom kann zutreffend anhand des Zählers ermittelt werden.

Ist ein Stromzähler nicht vorhanden, kann die erzeugte Strommenge z.B. aus Vereinfachungsgründen unter Berücksichtigung einer durchschnittlichen Volllaststundenzahl von 1000 kWh/kWp zur Fussnote [43] (jährlich erzeugte Kilowattstunden pro Kilowatt installierter Leistung) geschätzt werden.

8.3. Zeitpunkt der Entnahme

Zum Zeitpunkt der (außerbetrieblichen) privaten Verwendung des Stroms ist die Entnahme steuerlich zu erfassen. Dabei ist zu beachten, dass bei Batteriespeichern im steuerlichen Privatvermögen die Entnahme des Stroms bereits im Zeitpunkt der Speicherung erfolgt. Ist der Batteriespeicher ein unselbständiger Bestandteil der Photovoltaikanlage oder ist er als selbständiges Wirtschaftsgut dem Betriebsvermögen zuzurechnen, ist die Entnahme des Stroms erst beim Selbstverbrauch zu erfassen.

8.4. Vereinfachungsmaßnahme bei Selbstverbrauch nach § EEG2009 § 33 Abs. EEG2009 § 33 Absatz 2 EEG 2009 (= Inbetriebnahme der Photovoltaikanlage nach 31.12.2008 bis 31.3.2012)

Statt der Ermittlung der Entnahme nach den ausgeführten allgemeinen Grundsätzen kann aus Vereinfachungsgründen die umsatzsteuerliche Sichtweise des Selbstverbrauchs des erzeugten Stroms nach § EEG2009 § 33 Abs. EEG2009 § 33 Absatz 2 EEG 2009 für ertragsteuerliche Zwecke übernommen werden (vgl. III./10. Beispiel A).

Danach kann davon ausgegangen werden, dass der Anlagenbetreiber den gesamten erzeugten Strom an den Netzbetreiber liefert und dafür die ungekürzte Einspeisevergütung erhält (die einschl. Umsatzsteuer als Betriebseinnahme zu erfassen ist), während er andererseits jenen Strom, den er selbst verbraucht, vom Netzbetreiber bezieht.

Für den bezogenen Strom wendet dann der Anlagenbetreiber den Kürzungsbetrag nach § EEG2009 § 33 Abs. EEG2009 § 33 Absatz 2 Nr. 1 EEG 2009 auf (für 2012: 16,38 Ct/kWh für den Stromanteil bis zu 30 % der insgesamt erzeugten Strommenge). Die Aufwendungen für den bezogenen Strom sind Aufwendungen der privaten Lebensführung, wenn der Strom im eigenen Haushalt verwendet wird; als Betriebsausgaben oder Werbungskosten sind diese Aufwendungen nur abziehbar, wenn der bezogene Strom im Rahmen einer Einkunftsart verwendet wird.

9. Wann und in welcher Höhe fällt Einkommensteuer an?

Ob und in welcher Höhe Steuern anfallen, hängt davon ab, ob Sie neben den Einkünften aus der Photovoltaikanlage (= Gewinn) noch weitere Einkünfte (z.B. Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit, Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung oder sonstige Einkünfte aus Rentenzahlungen) erzielen oder ob Ihre Einkünfte mit denen Ihres Ehegatten/Lebenspartners/in gemeinsam versteuert werden. Steuern fallen an, wenn das zu versteuernde Einkommen die Grundfreibetragsgrenze von derzeit 9744 € im Jahr bei Ledigen und 19 488 € bei Verheirateten bzw. einer Lebenspartnerschaft überschreitet. Bei allen Beträgen darunter ist keine Einkommensteuer zu entrichten.

Hinweis: Falls Sie die zu erwartende steuerliche Belastung berechnen möchten, stehen Ihnen auf den Internetseiten des Bundesministeriums der Finanzen Berechnungsprogramme für die Einkommensteuer zur Verfügung zur Fussnote [44].

10. Was hat es mit den Einkommensteuer-Vorauszahlungen auf sich?

Während bei einem Arbeitsverhältnis monatlich Lohnsteuer vom Arbeitslohn einbehalten und von Arbeitgeberseite an das Finanzamt abgeführt wird, wird bei Gewerbetreibenden Einkommensteuer in einem Vorauszahlungsverfahren erhoben zur Fussnote [45]. Aus diesem Grund prüft das für Sie zuständige Finanzamt im Jahr der Existenzgründung anhand Ihrer Angaben in dem Vordruck „Fragebogen zur steuerlichen Erfassung bei Aufnahme einer gewerblichen, selbständigen (freiberuflichen) oder landwirtschaftlichen Tätigkeit oder Beteiligung an einer Personengesellschaft/-gemeinschaft“ (vgl. II.), ob und ggf. in welcher Höhe von Ihnen Einkommensteuervorauszahlungen zu leisten sind. In den Folgejahren bemessen sich die Vorauszahlungen grundsätzlich nach der Einkommensteuer, die sich bei der letzten Veranlagung ergeben hat. Die Vorauszahlungen werden in einem Bescheid festgesetzt und sind jeweils vierteljährlich zum 10. März, 10. Juni, 10. September und 10. Dezember eines Jahres zu zahlen. Die bereits geleisteten Vorauszahlungen werden auf die Jahressteuerschuld angerechnet.

Bitte beachten Sie: Vorauszahlungen müssen nur geleistet werden, wenn sie im Kalenderjahr mindestens 400 € und mindestens 100 € pro Vorauszahlungszeitpunkt betragen. Sollten sich im laufenden Kalenderjahr Änderungen gegenüber den Vorjahreswerten ergeben (z.B. durch Ausfall der Anlage), können Sie jederzeit bei Ihrem Wohnsitzfinanzamt einen Antrag auf Anhebung oder Herabsetzung der Vorauszahlungen stellen.

11. Beispiel zur Einkommensteuer

Das nachfolgende Beispiel entspricht vom Grundsachverhalt dem umsatzsteuerlichen Beispiel in III./10. B

(= Anlage nach dem 31.3.2012, kein Fall der Übergangsregelung des § EEG § 66 Abs. EEG § 66 Absatz 18 EEG).

Das Beispiel zeigt nur die einkommensteuerlichen Folgerungen eines Betriebs im Erstjahr (hier 2018) auf.

Ein Anlagenbetreiber erwirbt am 23. April 2018 eine Photovoltaikanlage mit 4,6 kWp zum Preis von 7140 € (netto 6000 €). Die Anlage wird auf seinem privat genutzten Einfamilienhaus installiert. Die Inbetriebnahme und die Zahlung erfolgen noch im April 2018. Dem Anlagenbetreiber liegt eine ordnungsgemäße Rechnung des Lieferanten vor, in der die Umsatzsteuer i.H. von 1140 € gesondert ausgewiesen ist. Da der voraussichtliche Stromertrag der Anlage ungefähr 4600 kWh pro Jahr beträgt, wird der voraussichtlich mit der Anlage zu erzielende Gesamtumsatz den Betrag von 17 500 € nicht übersteigen. Gegenüber dem Finanzamt hat der Anlagenbetreiber auf die Anwendung der Kleinunternehmerregelung des § USTG § 19 UStG verzichtet und die Anlage bei Leistungsbezug insgesamt seinem Unternehmen zugeordnet. Die Anlage hat in 2018 4500 kWh erzeugt. Davon hat der Anlagenbetreiber ins Netz 4050 kWh eingespeist. Hierfür erhält er vom Netzbetreiber folgende Einspeisevergütung:

Einspeisevergütung

„eingespeister Strom“

4050 kWh × 0,1260 €/kWh =

510,30 €

(netto)

zuzüglich 19 % USt

96,96 €

607,26 €

Für den im Haushalt verbrauchten Strom errechnet sich folgende Entnahme bzw. unentgeltliche Wertabgabe:

„selbstverbrauchter Strom“

unentgeltliche Wertabgabe

Entnahme

ESt: 450 kWh × 0,07 €/kWh zur Fussnote [46] =

31,50 €

USt: 450 kWh × 0,2266 €/kWh

101,97

zuzüglich 19 % USt

 19,37

19,37 €

50,87 €

Ermittlung der Entnahme des selbst verbrauchten Stroms (siehe auch IV./7)

1.

Progressive Methode (individuelle Kosten)

In 2018 angefallene Kosten:

Abschreibung

225 €

Schuldzinsen

70 €

Büromaterial (netto)

20 €

315 €

In 2018 produzierte Strommenge: 4500 kWh

Individuelle Wiederherstellungskosten

0,0700 €/kWh

2.

Retrograde Methode (erzielbarer Verkaufspreis)

Einspeisevergütung:

0,1260 €/kWh

3.

Vereinfachungsgründe

Pauschaler Wert:

0,2000 €/kWh

Die individuellen Wiederherstellungskosten i.H.v. 0,07 €/kWh sind am niedrigsten, daher wird der Anlagenbetreiber seine Entnahme des selbstverbrauchten Stroms nach dieser Methode bewerten.

Der Anlagenbetreiber hat die Investitionskosten zur Hälfte, d.h. in Höhe von 3000 € mit Hilfe eines Bankdarlehens finanziert. In 2018 sind noch Schuldzinsen (70 €) und Büromaterial (brutto 23,80 €) abgeflossen. Vom Finanzamt erhielt der Anlagenbetreiber im Jahr 2018 die Vorsteuer aus der Rechnung des Lieferanten der Photovoltaikanlage i.H. von 1140 € sowie aus der Rechnung für das Büromaterial in Höhe von 3,80 € erstattet.

Der Gewinn aus Gewerbebetrieb beträgt somit 226,80 € und errechnet sich wie folgt:

V. Gewerbesteuer

Ein Gewerbebetrieb i.S.d. § ESTG § 15 EStG ist dem Grunde nach auch gewerbesteuerpflichtig. Kleinere Solaranlagen bis zu einer installierten Leistung von 10 Kilowatt sind jedoch regelmäßig von der Gewerbesteuer befreit, § GEWSTG § 3 Nr. 32 des Gewerbesteuergesetzes – GewStG zur Fussnote [47]. Bei größeren Photovoltaikanlagen fällt Gewerbesteuer an, wenn der Gewerbeertrag 24 500 € im Jahr übersteigt (Freibetrag für Einzelpersonen und Personengesellschaften nach § GEWSTG § 11 Abs. GEWSTG § 11 Absatz 1 Satz 3 Nr. 1 GewStG). Insofern dürfte bei einer Anlage auf dem eigenen Wohnhaus regelmäßig keine Gewerbesteuerbelastung entstehen.

VI. Steuerabzug bei Bauleistungen – Bauabzugsteuer

Werden Bauleistungen für Unternehmen erbracht, sind die Auftraggeber nach §§ ESTG § 48 ff. EStG grundsätzlich verpflichtet, von dem Entgelt für die Bauleistungen einen Steuerabzug in Höhe von 15 % vorzunehmen.

Zur Beurteilung der Frage, inwieweit eine Bauleistung i.S.d. § ESTG § 48 Abs. ESTG § 48 Absatz 1 Satz 3 EStG vorliegt, spielt es keine Rolle, ob ein fest in ein Gebäude eingebautes Wirtschaftsgut als Betriebsvorrichtung oder Gebäudebestandteil anzusehen ist. Die Installation einer Photovoltaikanlage stellt daher eine Bauleistung dar. Damit unterliegen Leistungen für Photovoltaikanlagen in, an oder auf einem Gebäude grundsätzlich der Bauabzugsteuer.

Weitere Informationen zur Freistellungsbescheinigung, zur Unternehmereigenschaft, zu den Freigrenzen, zur Zweiwohnungsregelung usw., finden Sie in den Steuerinfos auf den Internetseiten der Finanzverwaltung zur Fussnote [48].

VII. Ansprechpartner für weitere Fragen

Bitte haben Sie Verständnis, dass die steuerliche Thematik hier nur kurz angesprochen werden kann. Sofern möglicherweise individuelle Besonderheiten zu beachten sind bietet sich die Beratung durch einen Angehörigen der steuerberatenden Berufe an. Sollten Sie noch weitere Fragen haben, können Sie sich auch an ihr örtlich zuständiges Finanzamt wenden.

Herausgeber

Bayerisches Landesamt für Steuern

Sophienstraße 6

80333 München

Telefon:

089 9991 – 0

Telefax:

089 9991 – 1099

E-Mail:

Poststelle@lfst.bayern.de

Internet:

http://www.lfst.bayern.de

Vertretungsberechtigter: Volker Freund

USt-Identifikationsnummer (gemäß § USTG § 27a Umsatzsteuergesetz): DE 813297313


Fussnoten
Fussnote [1] 

[Amtl. Anm.:] www.energieatlas.bayern.de unter Sonne > Photovoltaik > Daten und Fakten.zurück zum Text

Fussnote [2] 

[Amtl. Anm.:] Energie-Atlas Bayern unter www.energieatlas.bayern.de.zurück zum Text

Fussnote [3] 

[Amtl. Anm.:] Studie im Auftrag der Agentur für Erneuerbare Energien unter www.unendlich-viel-energie.de.zurück zum Text

Fussnote [4] 

[Amtl. Anm.:] www.gesetze-im-internet.de unter Gesetze/Verordnungen Teilliste U > UStG.zurück zum Text

Fussnote [5] 

[Amtl. Anm.:] www.gesetze-im-internet.de unter Gesetze/Verordnungen Teilliste E > EStG oder www.bundesfinanzministerium.de unter Startseite > Service > Publikationen > Amtliche Handbücher > Einkommensteuer-Handbuch.zurück zum Text

Fussnote [6] 

[Amtl. Anm.:] www.gesetze-im-internet.de unter Gesetze/Verordnungen Teilliste E > EEG.zurück zum Text

Fussnote [7] 

[Amtl. Anm.:] Vgl. § AO § 138 AO; www.gesetze-im-internet.de unter Gesetze/Verordnungen Teilliste A > AO.zurück zum Text

Fussnote [8] 

[Amtl. Anm.:] Vgl. § AO § 138 Abs. AO § 138 Absatz 1b AO; www.gesetze-im-internet.de unter Gesetze/Verordnungen Teilliste A > AO.zurück zum Text

Fussnote [9] 

[Amtl. Anm.:] www.finanzamt.bayern.de unter Steuerinfos > Weitere Themen > Photovoltaikanlagen.zurück zum Text

Fussnote [10] 

[Amtl. Anm.:] www.elster.de unter Formulare & Leistungen > Alle Formulare > Fragebogen zur steuerlichen Erfassung.zurück zum Text

Fussnote [11] 

[Amtl. Anm.:] https://www.elster.de/eportal/registrierung-auswahl.zurück zum Text

Fussnote [12] 

[Amtl. Anm.:] www.gesetze-im-internet.de unter Gesetze/Verordnungen Teilliste U > UStG.zurück zum Text

Fussnote [13] 

[Amtl. Anm.:] www.finanzamt.bayern.de unter Steuerinfos > Broschüren > Steuertipps für Existenzgründer.zurück zum Text

Fussnote [14] 

[Amtl. Anm.:] „Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird auf die gleichzeitige Verwendung der Sprachformen männlich, weiblich und divers (m/w/d) verzichtet. Sämtliche Personenbezeichnungen gelten gleichermaßen für alle Geschlechter.“zurück zum Text

Fussnote [15] 

[Amtl. Anm.:] § USTG § 18 Abs. USTG § 18 Absatz 2 Sätze 5, 6 UStG, Abschn. USTAE § 18.7 Abs. USTAE § 18_7 Absatz 5 UStAE.zurück zum Text

Fussnote [16] 

[Amtl. Anm.:] www.finanzamt.bayern.de unter Formulare > Steuerzahlung > Zahlung im SEPA-Lastschrifteinzugsverfahren > „Vordruck SEPA-Lastschriftmandat“.zurück zum Text

Fussnote [17] 

[Amtl. Anm.:] BMF-Schreiben vom BMF 30.6.2020, BStBl. I S. BSTBL Jahr 2020 I Seite 584 (BeckVerw 471705).zurück zum Text

Fussnote [18] 

[Amtl. Anm.:] BMF-Schreiben vom BMF 4.11.2020, BStBl. I S. BSTBL Jahr 2020 I Seite 1129 (BeckVerw 494170).zurück zum Text

Fussnote [19] 

BeckVerw 494170.zurück zum Text

Fussnote [20] 

BeckVerw 494170.zurück zum Text

Fussnote [21] 

BeckVerw 494170.zurück zum Text

Fussnote [22] 

[Amtl. Anm.:] www.gesetze-im-internet.de unter Gesetze/Verordnungen Teilliste E > EStG.zurück zum Text

Fussnote [23] 

[Amtl. Anm.:] www.finanzamt.bayern.de unter Steuerinfos > Weitere Themen > Photovoltaikanlagen > Ausfüllhilfe für die Anlage EÜR.zurück zum Text

Fussnote [24] 

[Amtl. Anm.:] www.finanzamt.bayern.de unter ELSTER > Elster-Familie oder Verpflichtung zur elektronischen Abgabe sowie unter Steuerinfos > Steuererklärung § ESTG § 25 Abs. ESTG § 25 Absatz 4 EStG, § ESTDV § 60 Abs. ESTDV § 60 Absatz 4 EStDV.zurück zum Text

Fussnote [25] 

[Amtl. Anm.:] § ESTG § 4 Abs. ESTG § 4 Absatz 3 EStG.zurück zum Text

Fussnote [26] 

[Amtl. Anm.:] § ESTG § 4a EStG.zurück zum Text

Fussnote [27] 

[Amtl. Anm.:] www.finanzamt.bayern.de unter Steuerinfos > Broschüren > Steuertipps für Existenzgründer.zurück zum Text

Fussnote [28] 

BeckVerw 562858.zurück zum Text

Fussnote [29] 

BeckVerw 562858.zurück zum Text

Fussnote [30] 

[Amtl. Anm.:] R ESTR § 6.5 EStR.zurück zum Text

Fussnote [31] 

[Amtl. Anm.:] H 6.5 des Einkommensteuerhandbuchs.zurück zum Text

Fussnote [32] 

[Amtl. Anm.:] § ESTG § 4 Abs. ESTG § 4 Absatz 3 Satz 3 EStG.zurück zum Text

Fussnote [33] 

[Amtl. Anm.:] § ESTG § 7 Abs. ESTG § 7 Absatz 1 EStG.zurück zum Text

Fussnote [34] 

[Amtl. Anm.:] www.finanzamt.bayern.de unter Steuerinfos > Weitere Themen > Photovoltaikanlagen > Ertragsteuerliche Behandlung von Aufwendungen für dachintegrierte Photovoltaikanlagen.zurück zum Text

Fussnote [35] 

[Amtl. Anm.:] R ESTR § 4.3 Abs. ESTR § 4_3 Absatz 4 Satz 2 EStR.zurück zum Text

Fussnote [36] 

[Amtl. Anm.:] § ESTG § 7g Abs. ESTG § 7G Absatz 5 EStG.zurück zum Text

Fussnote [37] 

[Amtl. Anm.:] § ESTG § 7a Abs. ESTG § 7A Absatz 9 EStG.zurück zum Text

Fussnote [38] 

[Amtl. Anm.:] § ESTG § 7g Abs. ESTG § 7G Absatz 1 EStG.zurück zum Text

Fussnote [39] 

BeckVerw 339558.zurück zum Text

Fussnote [40] 

[Amtl. Anm.:] Anhang 18 Einkommensteuerhandbuch.zurück zum Text

Fussnote [41] 

BeckVerw 246810.zurück zum Text

Fussnote [42] 

[Amtl. Anm.:] § ESTG § 6 Abs. ESTG § 6 Absatz 1 Nr. 4 Satz 1 EStG; Teilwert ist der Betrag, den ein Erwerber des ganzen Betriebs im Rahmen des Gesamtkaufpreises für das einzelne Wirtschaftsgut ansetzen würde; dabei ist davon auszugehen, dass der Erwerber den Betrieb fortführt (= § ESTG § 6 Abs. ESTG § 6 Absatz 1 Nr. 1 Satz 3 EStG).zurück zum Text

Fussnote [43] 

[Amtl. Anm.:] Vgl. Abschn. 2.5 Abs. 16 Umsatzsteuer-Anwendungserlass; www.bundesfinanzministerium.de unter Service > BMF-Schreiben > Umsatzsteueranwendungserlass oder BMF vom BMF 19.9.2014, BStBl. I S. BSTBL Jahr 2014 I Seite 1287 (BeckVerw 289550).zurück zum Text

Fussnote [44] 

[Amtl. Anm.:] Vgl. auch www.finanzamt.bayern.de unter Steuerinfos > Steuerberechnung > Einkommensteuerrechner.zurück zum Text

Fussnote [45] 

[Amtl. Anm.:] § ESTG § 37 EStG.zurück zum Text

Fussnote [46] 

[Amtl. Anm.:] Siehe „Ermittlung der Entnahme“.zurück zum Text

Fussnote [47] 

[Amtl. Anm.:] www.gesetze-im-internet.de unter Gesetze/Verordnungen Teilliste G > GewStG.zurück zum Text

Fussnote [48] 

[Amtl. Anm.:] www.finanzamt.bayern.de unter Steuerinfos > Bauabzugsteuer sowie unter Formulare > Weitere Themen von A – Z > Bauleistungen.zurück zum Text